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    Was sich in den Serien zwischen Eltern und ihren Kindern abspielt, liefert auch hilfreiche Hinweise für die Kindererziehung im echten Leben. © Nicolas / AdobeStock

     

Erziehen mit Netflix & Co.: Wie Serien uns helfen können, bessere Eltern zu werden

Stuttgart, August 2019 – Serien wie „Game of Thrones”, „Brotherhood” oder „Modern Family” boomen. Streaming-Plattformen und TV-Sender nehmen immer mehr Geld in die Hand, um Geschichten zu lancieren, die die Feinheiten des Alltags nachzeichnen – auf sensible, verrückte oder mitreißende Weise. Teil dieses Alltags ist die Gestaltung der innerfamiliären Beziehungen. Was sich in den Serien zwischen Eltern und ihren Kindern abspielt, kann wertvolle Hinweise darauf geben, was pädagogisch sinnvoll oder eher unsinnig ist – davon ist Jochen Till überzeugt. Er ist Kinder- und Jugendbuchautor und bekennender Serienjunkie. In seinem Ratgeber „Warum Seriengucken uns zu besseren Eltern macht“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2019) erklärt er anhand von Szenen aus den „Simpsons“, „Riverdale“ oder „Breaking Bad“, wie Eltern in kritischen Momenten klügere Entscheidungen treffen können.

„Ich bin angetreten, um die Themen ‚Erziehung‘ und ‚Serien‘ mit möglichst guten Tipps zu verbinden“, formuliert Till seinen Anspruch. Dass er seine Leserinnen und Leser dabei bestmöglich unterhält, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Dem Thema „Windelentwöhnung“ nähert er sich beispielsweise mit einer Szene aus der Serie „Full House“ an: Um in der kleinen Michelle endlich die Begeisterung zu entfachen, das Töpfchen zu benutzen, kauft ihr Vater ihr ein japanisches Designer-Exemplar mit schillernden Farben und ausgefallenen Mustern. Dazu bastelt er ihr eine „Ich-bin-fertig-Klingel“, um den Spaßfaktor zu erhöhen. Michelle zeigt sich zunächst gänzlich unbeeindruckt, nutzt das ausgefallene Töpfchen nach einigen Tagen schließlich doch.

Ganz so viel handwerklicher Aufwand sei in der Regel nicht nötig, versichert Till. Seine Co-Autorin, die Psychologin Anke Precht, ergänzt: „Das Töpfchen darf ruhig gemeinsam mit dem Kind ausgesucht werden. Dann braucht es ein schönes Vorlesebuch oder ein paar im Kopf gespeicherte Lieder. Die Windel bleibt vorerst über Nacht noch an, tagsüber wird sie aber ausgezogen. Damit etwas im Töpfchen landet, geht man mit dem Kind alle halbe Stunde hin.“ Um zu gewährleisten, dass das Kind dies auch gerne tut, sei das Töpfchen der Ort, an dem ein Buch angeschaut oder zusammen gesungen wird.

Der Autor

Jochen Till arbeitet seit über 20 Jahren als Kinder- und Jugendbuchautor. Der bekennende Serienjunkie erhielt zweimal den renommierten Leipziger Lesekompass. Eigene Kinder hat er nicht. Mehr Informationen finden Sie unter https://www.jochentill.de/. Anke Precht, Diplom-Psychologin, Autorin und Mutter von drei Kindern, steht Jochen Till als Erziehungsexpertin zur Seite.

Wissenswertes: Wohltuende Distanz gewähren

„Nur, weil du nicht mehr die Niedliche bist, ist das Leben nicht vorbei“, sagt Samantha Hughes zu ihrer kleinen Schwester Sophia in der Serie „Life in Pieces“. Diese hatte ein paar Minuten zuvor aus Eifersucht auf ihre ein Jahr alte Cousine Lark eine öffentliche Ostereiersuche für Kleinkinder sabotiert. Sophia wollte nicht akzeptieren, dass Lark plötzlich die ganze Aufmerksamkeit geschenkt bekommt – und nicht mehr sie. Wenn jüngere Familienmitglieder sich voneinander abgrenzen wollen, ist das völlig in Ordnung. Unterschiedlichkeiten zu stärken, hilft, Rivalitäten vorzubeugen. Außerdem kann es die Familiensituation entspannen, wenn man nicht ständig alles gemeinsam unternimmt.

Terminhinweis: Premierenlesung mit dem Autor Jochen Till
„Warum Seriengucken uns zu besseren Eltern macht. Erziehen mit Netflix & Co.“
Termin: Freitag, 06.09.2019, Beginn um 19.30 Uhr
Ort: Theater Landungsbrücken, Frankfurt am Main
Anschrift: Gutleutstraße 294, 60327 Frankfurt am Main

Buchtipp

Warum Seriengucken uns zu besseren Eltern macht
Jochen TillWarum Seriengucken uns zu besseren Eltern macht

Erziehen mit Netflix & Co.

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