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    Die Suche nach verlässlichen Gesundheitsinformationen im Netz ist nicht einfach. © Skórzewiak/Adobe.Stock

     

Online-Recherche zum Thema Gesichtsverjüngung – welche Informationen finden Patienten im Internet?

fzm, Stuttgart/New York, September 2019 – Immer mehr Menschen informieren sich online – auch bei Gesundheitsfragen. Die Zuverlässigkeit und Qualität der Suchergebnisse sind jedoch nicht immer zufriedenstellend. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie US-amerikanischer Wissenschaftler. Sie haben im Internet nach Informationen zu Gesichtsverjüngung gesucht. Ihre Ergebnisse haben sie in der Zeitschrift „Facial Plastic Surgery“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2019) veröffentlicht. In ihrer Untersuchung schnitten Ärzteseiten schlechter ab als erwartet.

Neil Mehta von der Wayne State University School of Medicine, Detroit, Michigan und seine Kollegen recherchierten für ihre Studie in den gängigen Suchmaschinen Google, Yahoo und Bing. Ziel der Studie war es, herauszufinden, welche Art von medizinischen Informationen Patienten finden, wenn sie online nach Gesundheitsthemen recherchieren. Um den Rahmen der Untersuchung klein zu halten, konzentrierten sich die Forscher auf die Suche nach dem Begriff „Gesichtsverjüngung“, ein Thema, das nach Einschätzung der Autoren zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die gefundenen Informationen bewerteten sie hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit, Qualität und Lesbarkeit. Darüber hinaus beurteilten sie die Social Media Präsenz der jeweiligen Informationsanbieter.

Eingang in die Studie fanden die ersten 25 inhaltlich relevanten Ergebnisseiten jeder Suchmaschine. Die Forscher filterten mit Hilfe von Ausschlusskriterien Online-Shops und Werbung heraus. Die fachlichen Inhalte sowie die Verständlichkeit der Websites bewerteten sie anhand standardisierter Verfahren. Für jeden Informationsanbieter ermittelten sie darüber hinaus die Social Media Präsenz und deren Follower auf Facebook, Twitter und Instagram. Insgesamt bewerteten sie 41 unterschiedliche Websites. Die Mehrheit der Portale wurde von Ärzten bereitgestellt (54 Prozent), gefolgt von Fachorganisationen (19 Prozent). Es folgten akademische Websites (zehn Prozent) und Zeitschriftenartikel (sieben Prozent). Gleichauf lagen enzyklopädische Publikationen und Foren mit jeweils fünf Prozent.

Die Auswertung ergab, dass das Informationsangebot von Online-Zeitschriften am hochwertigsten war. Websites von Ärzten hingegen wiesen die geringste Qualität auf. Die Forscher stellten fest, dass Ärzte und Fachorganisationen im Vergleich zu anderen Informationsanbietern besonders häufig in den sozialen Medien präsent sind. Gleichzeitig wiesen ihre Informationen gravierende Defizite in Bezug auf Zuverlässigkeit und Qualität auf.

Nach Ansicht der Autoren sollten die Webseiten der Ärzte idealerweise qualitativ hochwertige Informationen liefern, denn sie gelten als Autorität für Gesundheitsfragen. Es wurde jedoch festgestellt, dass statt Patientenaufklärung Marketing und Kundengewinnung im Vordergrund stehen. Die Autoren fordern, dass Ärzte Patienten auf ihren Websites umfassend informieren, um ihnen eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.

Neil Mehta und Kollegen schränken ein, dass die Studie durch den geringen Stichprobenumfang in einigen der untersuchten Kategorien nur eingeschränkt aussagekräftig ist. Sie weisen auch darauf hin, dass es unklar sei, ob es inhärente Unterschiede zwischen den Patienten gibt, die im Internet nach kosmetischen Informationen suchen, und denen, die allgemeine Gesundheitsinformationen suchen. Sie empfehlen weitere Untersuchungen zu dieser Frage.

Neil Mehta et al.:
All I Have Learned, I Have Learned from Google: Why Today's Facial Rejuvenation Patients are Prone to Misinformation, and the Steps We can take to Contend with Unreliable Information
Facial Plastic Surgery 2019; 35 (4); S.387–392 

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